Thermische Behandlung von befallenem Mauerwerk
Auch Mauerwerk bleibt nicht von Echtem Hausschwamm verschont. Dies zeigte sich nach Untersuchungen der alten Kirche Kietz in Perleberg.
Die Kirche, ein fast vergessenes Kleinod, das über mehrere Bauten aus der Barockzeit verfügt, war durch Echten Hausschwamm stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die originalgetreue Erhaltung des Altars mit seinen Schnitzereien, der Kanzel mit ihrem Barockornament und der Wandmalereien war während der Arbeiten oberstes Gebot.
Das Holz der Empore war in einem solchen Maße von Echtem Hausschwamm befallen, dass es vollständig ausgetauscht werden musste. Die Fähigkeiten der Mycelien dieses Schwamms, auch alkalisches Mauerwerk zu durchwachsen, führte zu einer Ausbreitung über die Holzkonstruktion hinweg. Die Lösung: eine thermische Behandlung des Mauerwerks.
Das Mauerwerk wird mit Infrarotstrahlern erhitzt. Über einen Zeitraum von mindestens acht Stunden gehalten ist eine restlose Abtötung des Befalls garantiert.
Der ungewöhnlich intensive Befall wurde durch Undichtigkeiten im Mauerwerk hervorgerufen, die auf eintretendes Regenwasser zurückzuführen waren.
Die besondere Herausforderung bei dieser Beheizung lag darin, die alten Wandmalereien nicht zu beschädigen. Eine Überhitzung über 50°C galt es in jedem Fall zu verhindern - keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass Echter Hausschwamm erst bei 55°C abgetötet wird. Die Lösung bot eine ständige Belüftung des Kircheninnenraums. Während das Mauerwerk auf diese Weise von hinten erhitzt wurde, wurde die Vorderseite mit ihren Malereien gekühlt.




