Ich bin ein Schadstoff, holt mich hier raus!
Ein Juwel erstrahlt in neuem Glanz.
Alt- Glienecke 1911 bis 1913- In dieser Zeit entsteht die heute beinahe in Vergessenheit geratene Preussensiedlung, welche, von den Architekten Max Bel, Franz Clement und Hermann Muthesius errichtet, einen Ort der Geborgenheit außerhalb der Großstadt bieten sollte.
Bestehend aus ca. 42 Einfamilienhäusern, die sich um einen Hof gruppieren und Torbögen, die als Durchgang dienen, wurden dörfliche Strukturen geschaffen. Unterstrichen wird das Ganze durch Ziergiebel, aus Holz gefertigte Balkone, Türmchen und Erker, die ihren Reiz im Laufe der Zeit immer noch nicht verloren haben und mittlerweile auch von einigen ungewollten ´Gästen´ bewohnt werden.
Dabei handelt es sich weniger um Insekten und Pilze, sondern vielmehr um die freigesetzten Gase des damals verwendeten chemischen Holzschutzmittels, die sich wie kleine Magneten an den vorherrschenden Staubpartikeln angeheftet haben und sich somit mühelos im gesamten Raum verteilen konnten. Um der enormen gesundheitlichen Gefahr bei der inzwischen eingeleiteten Sanierung nicht erneut ausgesetzt zu sein, ist es von großer Bedeutung und Notwendigkeit die Häuser von einem geschulten Team komplett entstauben zu lassen. An dieser Stelle kommt wooditherm zum Einsatz, eine Marke, bestehend aus den Worten “wood” (Holz) und “therm” (Wärme), die deutlich darauf hinweist, mit was sich die Firma Otto Richter außerhalb der Feuchteklinik noch seit mehr als zehn Jahren erfolgreich beschäftigt- nämlich mit Thermischem Holzschutz. Da es sich bei den zu bearbeitenden Räumen um kontaminierte Bereiche handelt, müssen sich die Mitarbeiter mit Ganzkörperschutzanzügen und Atemschutzmasken einkleiden, die aus Vorsichtsmaßnahme alle zwei Stunden gewechselt werden müssen. Zur Sicherheit wird außerdem jeder von ihnen vor und nach dem Prozedere von einem Arzt untersucht .
Unter diesen Bedingungen wird sich nun zu zweit mit Saugern an die Arbeit gemacht und jede noch so kleine Ecke gereinigt, damit die Räume anschließend komplett ausgeheizt werden können (thermische Detoxifizierung). Dafür werden Heizlüfter mit 50 bzw. 60 kW, die in den Häusern aufgestellt werden, mit sich außerhalb befindlichen Gasflaschen verbunden. Um das gewünschte und vor allem ein sorgfältiges Ergebnis zu erzielen, muss die Wärme ca. 18 Std. erhalten werden.
Durch die enorm hohe Temperatur, werden die restlichen, sich in der Luft frei bewegenden sowie die, sich noch im Holz befindlichen schadstoffbelasteten Staubpartikel abgetötet und verwehren so den Giften sich erneut auszubreiten.




